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Barry Callebaut erforscht Wirkungsweise von Polyphenolen aus der Kakaobohne

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11. April 2005
Overview
  • Barry Callebaut präsentiert neue Studien über die Wirkung von Polyphenolen aus der Kakaobohne
  • Ergebnisse geben neben den gesundheitsfördernden Eigenschaften bei Krebs auch erste Hinweise auf positive Wirkungen auf die Hirnfunktionen (Gedächtnis / Lernfähigkeit) sowie auf Anti-Aging-Effekte

Zürich/Schweiz, 11. April 2005 – Barry Callebaut AG, der weltweit führende Hersteller von hochwertigen Kakao- und Schokoladenprodukten mit Sitz in der Schweiz, hat sich zum Ziel gesetzt, die positiven gesundheitsfördernden Wirkungen von Polyphenolen aus der Kakaobohne verstärkt zu untersuchen. Dazu hat das Unternehmen ein umfassendes Studienprogramm aufgelegt und eine erste Phase in enger Zusammenarbeit mit bekannten unabhängigen Forschungsinstituten [1] in Frankreich durchgeführt. Seit Jahren beschäftigt sich die Wissenschaft intensiv mit dem gesundheitlichen Nutzen der Polyphenole. In vielen Studien konnte gezeigt werden, dass sie aufgrund ihrer antioxidativen Eigenschaften im Körper Schutzwirkungen auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs ausüben können. Besonders reich an Polyphenolen ist Kakao. Anlass für Barry Callebaut, sich diesem Thema verstärkt zu widmen. Erste Ergebnisse des Forschungsteams unter Leitung der Barry Callebaut Experten Dirk Poelman (Leiter Grundlagenforschung) und Philippe Troplin (Leiter Forschung und Entwicklung im Bereich Kakao) bestätigen die schützende Wirkung der Polyphenole gegen Krebs. Darüber hinaus zeigen die Studienergebnisse Hinweise auf weitere positive Wirkungen der Poly­phenole: Im Tier­versuch wirken sie positiv auf die Gedächtnisleistung und Lern­fähigkeit. Ob Polyphenole diese Funktionen auch im menschlichen Körper ausüben, soll in weiteren Studien untersucht werden.

Schutz der Zellen vor freien Radikalen

Polyphenole sind natürliche Inhaltsstoffe pflanzlicher Lebensmittel (Früchte und Gemüse). Ihre antioxidative Wirkung ist seit langem bekannt. Kakaobohnen und damit vor allem auch dunkle Schokolade enthalten besonders hohe Mengen dieser sekundären Pflanzenstoffe. Sie unterstützen Körperzellen bei der Bekämpfung freier Radikale, die Zellschädigungen hervorrufen können. Daher ist ihre gesundheitsfördernde Wirkung mannigfaltig. Die Sichtung und Auswertung der wissen­schaftlichen Literatur von 1980 bis 2005 gibt umfassende Hinweise auf den gesundheit­lichen Nutzen von Polyphenolen bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs sowie den Funktionen des Immunsystems.

Polyphenole hemmen in-vitro das Wachstum von Krebszellen

In einer In-Vitro-Studie untersuchte IN CYTOTOX, eines der von Barry Callebaut beauftragten unabhängigen Forschungsinstitute, die Wirkung der Polyphenole aus Kakaobohnen auf das Wachstum lokaler menschlicher Prostatakrebszellen sowie auf Metastasenzellen. Zum Vergleich testeten sie die Wirkung einer weiteren Substanz pflanzlicher Herkunft ( β -Sitosterin), die für ihre krebshemmende Wirkung bekannt ist. Die Ergebnisse: Polyphenole aus Kakaobohnen hemmen in-vitro das Wachstum der Krebszellen – bis zum völligen Stillstand. Dieser Effekt wurde in geringerem Umfang auch bei den Zellen der Metastasen beobachtet. Polyphenole zeigen im Vergleich zu β -Sitosterin eine überzeugendere Wirkung bei der Hemmung des Zellwachstums: Sie benötigten weniger Zeit für den gleichen Effekt.

Die Forscher konnten auch aufzeigen, dass Polyphenole aus der Kakaobohne keinen negativen Einfluss auf normale, gesunde Zellen haben.

Weitere Wirkungen der Polyphenole: Leistungssteigerung und Anti-Aging-Effekte

Darüber hinausgehende Erkenntnisse über die Wirkungen von Polyphenolen gewinnen die Forscher derzeit aus einer zweigeteilten Studie an lebenden männlichen Ratten. Über einen Zeitraum von drei bis fünfzehn Monaten – die durchschnittliche Lebensdauer einer Ratte beträgt ca. achtzehn Monate – untersucht ein unabhängiges Forscherteam von ETAP, ob Polyphenole neben ihrer antikanzerogen Wirkung auch positive Effekte auf die Hirnfunktionen haben.

Der bis dato abgeschlossene erste Studienteil liefert Hinweise, dass Polyphenole aus der Kakaobohne ihre antioxidative Wirkung auch auf kognitive Funktionen ausüben. Sie wirken bei Ratten einem Gedächtnisverlust entgegen und fördern die Lernfähigkeit. Darüber hinaus lassen die Ergebnisse vermuten, dass Polyphenole ebenfalls Anti-Aging-Effekte aufweisen. Dieser zweite Teil der Studie ist derzeit noch nicht abgeschlossen; vertiefende Untersuchungen sollen die Erkenntnisse über die neu entdeckten Wirkungen der Polyphenole erweitern.

Erklärtes Ziel von Barry Callebaut ist, in weiteren Forschungsvorhaben zu untersuchen, ob sich die gewonnenen Erkenntnisse über die gesundheitsfördernde Wirkung der Polyphenole aus der Kakaobohne auf den Menschen übertragen lassen.

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Barry Callebaut (www.barry-callebaut.com):

Mit einem Jahresumsatz von über CHF 4 Mrd. für das Geschäftsjahr 2003/04 ist die in Zürich ansässige Barry Callebaut der weltweit grösste Hersteller von hochwertigen Kakao- und Schokoladenprodukten sowie Süsswaren – von der Kakaobohne bis zum fertigen Produkt im Verkaufsregal. Barry Callebaut unterhält über 30 Produktionsstandorte in 22 Ländern und beschäftigt rund 8‘700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Das Unternehmen steht im Dienst der gesamten Lebensmittelbranche – von industriellen Nahrungsmittelherstellern über gewerbliche Anwender von Schokolade wie Chocolatiers, Confiseure oder Bäcker bis hin zu den internationalen Einzelhandelskonzernen. Barry Callebaut bietet auch umfassende Dienstleistungen in den Bereichen Produktentwicklung, Verarbeitung, Schulung und Marketing an.

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Kontakte

Für Investoren und Finanzanalysten:
Dieter A. Enkelmann
CFO
Barry Callebaut AG
Tel.: +41 43 204 04 20
Fax: +41 43 204 04 00
dieter_enkelmann@barry-callebaut.com

Für die Medien:
Gaby Tschofen
Barry Callebaut AG
Tel.: +41 43 204 04 60
Fax: +41 43 204 04 00
gaby_tschofen@barry-callebaut.com



 

[1] IN CYTOTOX, Laboratory of Experimental Cancerology, Frankreich /
ETAP-Ethologie Appliquée, Centre d’Etudes et de Recherches an Pharmacologie, Cancérologie et
Nutrition-Santé, Frankreich

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Glossar
Antioxidanzien, engl. antioxidants: Substanzen, die Moleküle vor der Oxidation schützen, indem sie Elektronen abgeben oder Wasserstoffatome aufnehmen, ohne dabei selbst in reaktionsfähige Moleküle umgewandelt zu werden.
 
ß-Sitosterin, eng. ß-sitosterol: das mengenmässig wichtigste Phytosterin in Pflanzenölen.
 
Freie Radikale, engl. free radicals: extrem reaktionsfreudige Moleküle mit einem ungepaarten Elektron. Sie entstehen im Körper im Verlauf physiologischer Reaktionen oder durch schädliche externe Einflüsse (z. B. durch UV- oder Röntgenstrahlung). Können Zellschädigungen bewirken.
 
In vitro (latein.): "im (Reagenz-)Glas", d. h. im Versuch ausserhalb des Organismus.
 
In vivo (latein.): "im Leben", im lebenden Organismus.
 
Kanzerogen (latein., gr.): Krebs erzeugend.
 
Kardiovaskulär (gr., latein.): Herz und Gefässe betreffend.
 
Phytosterine, engl. plant sterols: sind in ihrer chemischen Zusammensetzung den tierischen Sterinen wie dem Cholesterin sehr ähnlich. Werden zu den sekundären Pflanzenstoffen gerechnet.
 
Polyphenole, engl. Polyphenols: eine Gruppe der sekundären Pflanzenstoffe, die als natürliche Inhaltsstoffe in pflanzlichen Lebensmitteln vorkommen. Allen Polyphenolen gemeinsam ist die chemische Grundsubstanz Phenol (s. Abb.). Als Antioxidanzien fangen Polyphenole freie Radikale ab.
 
Sekundäre Pflanzenstoffe, eng. phytochemicals, secondary plant compounds: von Pflanzen gebildete, chemisch sehr unterschiedliche Verbindungen, Schätzungen gehen von bis zu 100'000 verschiedenen aus. Sie kommen im Gegensatz zu den primären Pflanzenstoffen, (Kohlenhydrate, Proteine, Fette) nur in geringen Mengen vor und weisen vielfältige gesundheitsfördernde Wirkungen auf.
 
Sterine, engl. sterols: gehören physiologisch zu den Fetten und kommen in allen biologischen Systemen vor.
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Quellen:
Lexikon der Ernährung: Heidelberg, Berlin; 2002.
Watzl, Bernhard: Bioaktive Substanzen in Lebensmitteln, Stuttgart; 1995.
Lexikon Medizin: München, 1997.